Wir Gutkrieger

Warum die Bundeswehr im Ausland scheitern wird

Campus Frankfurt/Main 2009, 188 S.

Chauvistré, Eric

 

Wichtige Passagen

Die Kapitel 1, 3, 5 und 7 sind sicher die aussagekräftigsten, also die ungeraden.

Es ist aber nicht so, dass man viel neues zu erfahren meint.

Man liest und erkennt das, was man schon zu wissen glaubt, schnell wieder. Wer noch nicht so viel weiß oder zu wissen glaubt, für den mag manches durchaus sehr lohnend sein.

Dann auch die Kapitel 2, 4, 6, also die geraden.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

In diesem Buch fordert der Autor, dass wir uns von Illusionen und Unehrlichkeiten deutscher Sicherheitspolitik der letzten 10 Jahre zu verabschieden haben. Die edelsten Motive hülfen nicht, wenn das Ziel nicht zu erreichen sei. Der zum Thema Nuklearrüstung und Interventionen promovierte Politologe sah bereits im Kosovokrieg das Ziel, die Beachtung von Menschenrechten herbeizubomben, als verfehlt an. Er sieht, dass die Bundeswehr in Afghanistan im Wesentlichen sich selbst schützt, Kontakt zur Bevölkerung bestehe kaum. Und es sei fraglich, ob die gesetzten Ziele mit militärischen Mitteln überhaupt erreicht werden könnten. Und der Autor stellt letztlich das Lob in Frage, das sich Regierung und Bundeswehr für den Einsatz gern selbst ausstellen.

Das Buch habe ich schon 2009 mal gelesen und nun die damals angestrichenen Stellen nochmals verinnerlicht. Es überzeugt heute mehr als damals. Aber inzwischen ist ja vieles auch klarer.

Wir wissen jetzt sowieso mehr.

 

Entdeckte Rezensionen

SZ „Militärische Illusionen“, Wigbert Benz, 03.08.2009

Berliner Literaturkritik, 03.04.2009

Verschiedene kürzere Meinungen sind bei perlentaucher.de zu finden.

 

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