Wie zerstört man eine Demokratie

Das 10-Punkte-Programm

Riemann Verlag München 2008, 283 S. (brosch.)

Wolf, Naomi

 

Wichtige Passagen

Die 10 Punkte lassen sich auch jeweils einzeln lesen.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Nicht die Demokratie, sondern die Tyrannei sei unsterblich und findet nach Zeiten des Rückzugs immer wieder Wege auf die Bühne der Geschichte. Der Übergang erfolgt meist auf geordnete Weise und gemäß den demokratischen Regeln. Faschismus, sagt die Autorin, offenbart sich anfangs selten durch Massenerschießungen. Manchmal sei er nur daran zu erkennen, dass wir begönnen, unsere Worte abzuwägen …

Das Portrait der Phase, in das Amerika eingetreten sei, sei erschreckend lebensnah:  „Genau, wie die Nacht nicht plötzlich hereinbricht, kommt auch die Unterdrückung nicht schlagartig. In beiden Fällen gibt es eine Zeit des Zwielichts, wir müssen auf Veränderungen achten, damit wir nicht zu ahnungslosen Opfern der Dunkelheit werden.“ (Richter William O. Douglas)

Naomi Wolf  benennt 10 Schritte, die eine Demokratie zu Fall bringen. Das Buch ist natürlich nicht von einem Deutschen geschrieben worden, einem Deutschen würde man nicht zugestehen, zu behaupten, US-Präsident Bush stampfe in den Fußstapfen von Hitler oder Mussolini in Richtung einer faschistischen Diktatur, einer Amerikanerin jüdischer Herkunft aber schon, meinte Deutschlandradio.

Folter gilt im neuen Amerika längst als Kavaliersdelikt. Angriffskriege sind zu legalen Mitteln der Politik geworden. Welches Bürgerrecht wird als nächstes fallen?

Demokratie muss mit Zivilcourage verteidigt werden, damit Diktaturen daran gehindert werden, auf die Bühne der Geschichte zurückzukehren. In Zeiten von Bürgerüberwachung, Datenspeicherung und Sicherheitshysterie ist das Buch notwendig, auch auf Europa bezogen.

 

Entdeckte Rezensionen

Dradio.de „Alarmruf Faschismus“, Daniel Blum, 03.11.2008

Schattenblick-Rezension, 22.04.2009

Webcritics, E. Kneisel, 13.12.2010

 

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