Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen

Eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan

Hoffmann und Campe Hamburg 2008, 366 S.

Erös, Reinhard

 

Wichtige Passagen

Folgende Kapitel haben mir besonders gefallen:

„Grenzüber-schreitungen“ S.23
„Kubaner im Schnee“ S. 58

ganz besonders „Mit Journalisten unterwegs“ S.110

„Das süße Gift der Mohnblume“  S.242

interessant für Landesfremde auch das Glossar (S. 345), wo Begriffe wie Buskashi, Madrassa oder Wahhabiten erläutert werden.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Vor 23 Jahren ließ sich der Bundeswehrarzt Erös unbezahlt beurlauben und behandelte während des sowjetisch-afghanischen Kriegs Tausende von Menschen. In dieser Zeit baute seine Frau in Peschawar eine Schule für Flüchtlingskinder auf. Der inzwischen pensionierte Oberstarzt gründete mit seiner Familie ein Hilfsprogramm ohnegleichen: Die „Kinderhilfe Afghanistan.“

Es entstanden mittels der von ihm nicht zuletzt durch seine lebendigen Vorträge eingeworbenen Spenden über zwei Dutzend moderner Schulen, zudem Mutter-Kind-Kliniken, Waisenhäuser und Computerschulen. Die Afghanen werden stets einbezogen in die Planung, die Schulen werden von den Dorfbewohnern gebaut und es wird Material afghanischer Firmen verwendet. Eindrucksvoll berichtet er in seinem Buch von dieser abenteuerlichen Arbeit, die mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, dem Marion-Döhnhoff-Förderpreis und dem Europäischen Sozialpreis ausgezeichnet wurde. Das Disziplinarverfahren, welches die Bundeswehr wegen seiner Arbeit in der Sowjetzeit einleitete, scheint vergessen. Auf die empörte Frage einer Journalistin, warum er mit solchen Verbrechern wie Warlords verkehre, antwortete er: „Wer in der Hölle arbeiten will, muss mit dem Teufel ab und zu einen Tee trinken.“

Reinhard Erös ist mittlerweile einer der gefragtesten Afghanistanexperten und -referenten. Seine Vorträge –mehrfach war ich dabei – sind stets ein großes Erlebnis.

 

Entdeckte Rezensionen

Der Freitag, Bismillah, 01.01.2011   …warum das Buch so spannend ist.

Dradio.de, 20.12.2010: Interview Katrin Heise mit dem Ehepaar Erös: „Ich darf da nicht der reiche Onkel aus dem Westen sein.“ Dieses Interview ist etwas länger, aber außerordentlich lehrreich!

 

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