Totschlag im Amt

Wie der Friede verraten wurde

HWK Verlag Wassertrüdingen März 2008, 204 S.

Pfaff, Florian D.

 

Wichtige Passagen

Zunächst ist die persönliche Schilderung der Vorgänge durch den Betroffenen hochinteressant. Das sind die Seiten 7 bis 152.

Sodann gibt es einen Anhang. Da sollte man sich die sehr interessanten Hinweise für Rechtsberater und Rechtslehrer aus einer dienstlichen Weisung, den Fall betreffend, zumuten. Das sind die Seiten 165-188.

Im Übrigen soll ebenfalls auf die Seiten 100-101 ff besonders hingewiesen sein.

Ach ja, unmittelbar ganz vorn, S. 1 hinter dem Buchdeckel, dort präsentiert sich ein unscheinbarer, schwarzer, ca. 1 cm langer Strich. Erknobeln Sie ruhig dessen Bedeutung oder fragen Sie den Autor. Die Geschichte ist spannend und brisant zugleich.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dies ist die von ihm selbst erzählte Geschichte eines Majors der Bundeswehr, der es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, durch seine Programmiertätigkeit den Angriffskrieg auf den Irak der Bush-Administration zu unterstützen. Dies brachte ihm ganz enormen Ärger ein, allerdings wurde er durch das BVerwG durch ein Aufsehen erregendes Urteil rehabilitiert, das im In- und Ausland (sogar aus Japan kam eine Einladung zum Vortrag) für Diskussionen sorgte und am 11. April 2008 sogar der Auslöser für einen Vortrag von Henning Voscherau. (ehemals Erster Bürgermeister in Hamburg und Notar) bei der sog. „Freitagsgesellschaft“ im Hause Helmut Schmidts war: Rückkehr des „Gerechten Krieges“? (vgl. Helmut Schmidt (Hrsg.): Vertiefungen, Siedler München 2010, S. 115-141).

Die rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen BMVg und Major Pfaff sind aber trotzdem offenbar immer  noch nicht abgeschlossen. Es ist schon erstaunlich, wie unsicher die Bundeswehr wird, wenn Soldaten ihre verfassungsmäßigen Rechte in Anspruch nehmen. Das Buch macht beklommen. Es ist lebendig geschrieben, leider nicht ganz billig.

 

Entdeckte Rezensionen

Nürnberger Nachrichten, Georg Escher, 08.03.2008

www.worldcitizens.de, Roland Schmidt (2008)

 

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