Das Tötungsverbot im Krieg

Ein Interventionsversuch

Hamburger Edition 2011, 131 S.

Hankel, Gerd

 

Wichtige Passagen

Insgesamt sechs Kapitel, die sich leicht und nicht so anstrengend wie Nr. A 5 gern hintereinander lesen lassen. Im 2. und dann wieder darauf zurückkommend im 6. Kapitel wird anhand Beispiel Oberst Georg Klein referiert, im 3. geht es um die Entwicklung der Genfer Konventionen. Die Bibliografie ist anzuerkennen!

(Handtasche reicht)

 

Inhaltliche Zusammenfassung

In diesem Büchlein geht es um das Völkerrecht in Zeiten asymmetrischer Kriege. Dessen bisherige Regeln, meint der Autor, passten nicht mehr zu den aktuellen Konfliktsituationen.

Das Völkerrecht will den Krieg einhegen und die unbeteiligte Zivilbevölkerung schonen, was aber in internationalisierten Bürgerkriegen immer weniger gelingt. Das Völkerrecht leiste – so Hankel – der Gewalteskalation jedoch Vorschub und bedürfe dringend einer Revision.

Hankel will Aufständischen den Kriegsgefangenenstatus zuerkennen, denn das sei entscheidend für die Behandlung und Rechtsstellung im Konflikt und in Gefangenschaft. Und das erscheine nur als angemessen, wenn sie erst durch die ausländische Intervention als solcher aus der Position der de- facto-Regierung verdrängt worden seien.

Weiterhin solle der Tod vieler Zivilisten nicht mehr als „Kollateralschaden“ hinnehmbar sein, denn der Grundgedanke, die Bevölkerung zu schützen, würde immer wieder ins Gegenteil verkehrt. Anhand der Kriege der letzten Jahre ersehe man die neue komplexere Wirklichkeit.

 

Entdeckte Rezensionen

Dies kleine Büchlein hat doch erhebliche Beachtung gefunden! Und das zurecht. Alle drei lohnend:

FAZ, Christian Hillgruber, 26.07.2011
Deutschlandradio Kultur, Annette Wilmes, 28.04.2011
diesseits.de, Thomas Hummitzsch, 12.07.2011 (die gehaltvollste)

 

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