Soldaten

Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben

Fischer Frankfurt/Main 4. Auflage 2011, 521 S.

Neitzel, Sönke / Welzer, Harald

 

Wichtige Passagen

Das ganze Buch kann man beliebig von vorn nach hinten oder abschnittsweise lesen. Es erscheint oft unerträglich und manchmal braucht man nach 20 Seiten erstmal eine längere Pause.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dieses Buch ist eine überzeugende Mentalitätsgeschichte der Wehrmacht. In britischer und amerikanischer Gefangenschaft wurden Kriegsgefangene aller Ränge heimlich abgehört: Sie sprachen über ihre Gegner, den Krieg, über die Vernichtung der Juden. Die erst 2001 aufgefundenen Dokumente lagerten über fünf Jahrzehnte unbeachtet in London, der SPIEGEL berichtete achtseitig 14/2011 darüber: „Frauen, Kinder, alles“ und nannte es einen Sensationsfund.

Zur Wahrheit des Krieges gehört auch, dass vielen Soldaten das Töten, das Kämpfen und manchmal auch das eigene Sterben Freude oder Lust bereitet. Die Autoren gehen auch der Frage nach, warum nicht zuletzt sexuelles Handeln im Krieg, ob unter Machtverhältnissen oder im Rahmen von Prostitution oder sei es homosexuell, bisher in der Forschung keine Rolle spielte. Dies läge an der Alltagsferne der soziologischen wie der historischen Wissenschaften.

In der Besprechung von Speckmann vom 04.07.2011 sieht dieser in dem Erstaunen in Deutschland angesichts dieser im Band präsentierten Soldatenäußerungen ein gutes Zeichen: Das zeige, wie sehr sich die deutsche Gesellschaft seit 1945 von der Realität des Krieges entfernt habe. In Afghanistan näherten sich die Deutschen – aus ganz anderen Motiven – dieser Realität wieder an. Zahllose Rezensionen, mehrere Auflagen binnen Jahresfrist und insgesamt wohl schon fast 100.000 Exemplare.

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Von der moralischen Innenseite des Kriegs“, Herfried Münkler, 11.05.2011

DIE ZEIT, Thomas Speckmann „Das prickelt einem ordentlich“, 04.07.2011

SPIEGEL 14/2011 „Frauen, Kinder, alles“, Jan Fleischhauer, (8 Seiten)

 

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