Nationen und Nationalismus

Mythos und Realität seit 1780

Campus 3. Auflage 2005, 256 S. / Vorauflagen waren Campus 1992 und dtv 1998

Hobsbawm, Eric J.


 

Wichtige Passagen

Im Netz ist das komplette Vorwort für die 3. Auflage zu finden (u.a. www.deutsches-fachbuch.de). Darin fragt  der Autor, ob der Nationalstaat angesichts Globalisierung und massenhafter Migration noch ausreichend Integrationskraft aufbringe.

Vielleicht reicht ja auch dieses (recht ausführliche) Vorwort?

Nur der historisch wirklich interessierte Leser wird das ganze Buch lesen wollen, auf das aber in der Literatur immer mal wieder hingewiesen wird. Darum hab ich’s vorsorglich im Regal.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Es war der 1780 entstehende moderne Nationalismus, der – als Kind Europas! – unserer heutigen Welt ihr politisches Gewicht gegeben hat. Prozesse wie Europäisierung und Globalisierung können losgelöst von nationalen Maßstäben und Kategorien der letzten 230 Jahre nicht erklärt werden.

Der Autor gilt als einer der wichtigsten Historiker des 20. Jahrhunderts und wagt eine Bewertung des Westens und der Begriffe Nation und Nationalismus. Seine Absicht ist es, aufzuklären, weil seine Lehre aus zwei Jahrhunderten Nationalismus lautet, dass sich diese Geschichte um der Zukunft der Menschheit willen nicht fortsetzen darf, sagt der Rezensent Christoph Jahr in der NZZ 11.01.2005.

In seiner 3. Auflage 2005 stellt Hobsbawm heraus, dass sich erstmals nach dem zweiten Weltkrieg wieder Genozide, Massaker und ethnische Säuberungen epidemieartig ausgebreitet hätten. Die 1990er Jahre erfuhren in Folge des Zerfalls der UdSSR eine Balkanisierung großer Teile der alten Welt. Es gäbe seit 1989 keine A-priori-Sicherheiten mehr, deshalb erlebten große Teile der Welt, dass starke und stabile Staaten aus den unterschiedlichsten Gründen bzw. unter vielfältigsten Vorwänden in Regionen intervenierten, die nicht mehr von einem internationalen Gleichgewicht geschützt würden.

Hobsbawms Buch ist das Standardwerk, um so genannte Nationen zu verstehen. Manche heutige Nationalisten werden aber schäumen.

 

Entdeckte Rezensionen

Es gibt einen 6-seitigen Aufsatz von Peter Plener (Wien) zu diesem Buch, der aber bereits seinerseits viel Energie kostet. Kurz und knapp:
NZZ, Christoph Jahr, 11.01.2005, gefunden bei Perlentaucher.  Mehr war nicht zu finden.

 

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