Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?

Auf UN-Mission in Afghanistan

Wagenbach Berlin 2011, 269 S.

Koenigs, Tom

 

Wichtige Passagen

Das Buch habe ich erst zur Hälfte lesen können. Die bis dahin besten Abschnitte sind:

Der Besuch beim König   S.25 (herrlich!)
Das Bemühen um Abdul Rahman und die Bibel   S.33
Eigentlich sei ja der Krieg schon gewonnen (April 2006) Aber es gibt noch ein paar „Störenfriede“   S.66
Bei den Taliban hat der Autor 5 Gruppen identifiziert   S.100
Was sich inzwischen verändert hat:   ab S. 231 (Stand: 11.03.2011)

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Tom Koenigs (seit 2009 MdB) war Missionsleiter der UN in Afghanistan und stellt fest: Jeder getötete Taliban mobilisiert drei neue – was so ähnlich ja viele andere auch sagen, meist mit dramatischerem Zahlenverhältnis.

Der Sondergesandte hielt seine Erlebnisse für Freunde fest, diese Notizen waren ursprünglich ja nicht zur Veröffentlichung vorgesehen, er hatte sie damals -2006 und 2007- locker per mail verschickt. Nun finden wie sie hier im Band, ergänzt um einen hinzugefügten Teil unter dem 11.März 2011, die Barrikaden und Verhaue haben sich inzwischen verdreifacht….

Die Notizen sind undiplomatisch geschrieben und halten unfrisierte Gedanken nicht zurück. Es gibt gleich drei kostbare Rezensionen, davon zweimal sogar die FAZ! Wegen der von v. Bredow hatte ich das Buch gekauft, aber die von Nils Minkmar, wie wunderbar geschrieben sie ist! Er wünscht sich am Schluss einen Außenminister Tom Koenigs, und so was in der FAZ! Gibt’s wertvollere Orden?

Dem Buch gebe ich nur 3 Schmetterlinge, ob das gerecht ist, mag zweifelhaft sein. In dieser Liste stehen nun mal viele schlimme Bücher als böse Ausrufezeichen. Wer aber mal was lockeres, manchmal lustiges, eigentlich wirklich herrliches braucht, ist mit diesem Band wirklich gut bedient. Im Gedächtnis bleibt hier vor allem die gute Laune, die man bei dem Thema ja nun überhaupt nicht erwartete.

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Als es bergab ging in Afghanistan“, Wilfried von Bredow, 16.01.2012: Sachlich, sieht immerhin aufschlussreiche Lektüre.

FAZ „Wetter und Tee, Krieg und Frieden“, Nils Minkmar, 19.09.2011: Was für eine Rezension, da ist man doch beeindruckt. Vorsicht! Minkmar beschreibt das feine Denken, den Fleiß und die Selbstironie des Autors so nett, dass man gleich zur Buchhandlung eilt!

ZEIT online „Totschießen hilft nicht“, Ulrich Ladurner, 08.10.2011 Er erinnert daran, dass Krieg eine Brutalisierungsmaschine ist, die früher oder später alle taub, blind und unempfindlich mache – und daran, dass auch verbrecherische Bewegungen politische Bewegungen sein können.

 

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