Ich bin ein Deserteur

Mein Entschluss, nicht länger am Irakkrieg teilzunehmen, hat mich ins Exil getrieben…..

Hoffmann und Campe 2007, 253 S.

Key, Joshua

 

Wichtige Passagen

„Wer einen unschuldigen Menschen geschlagen oder getötet hat und noch einen Rest Gewissen in sich trägt, wird sich seiner Seelenqualen nicht entledigen können, indem er behauptet, er habe nur auf Befehl gehandelt. Jeder muss für sich entscheiden, was für ein Leben er führen will … und das Unrecht, das wir tun, lastet schwer auf uns, bis zu unserem Tod.“  S. 231

Das Buch von vorn bis hinten durchgehend lesen!

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Key wurde 1978 geboren und gehörte zu den bibelfesten Bush-treuen Patrioten in Oklahoma. Er verpflichtet sich im April 2002 zu drei Jahren Militärdienst, weil er sonst keine ökonomische Perspektive sieht, lügt sich das ganze patriotisch schön, wird in der Ausbildung für den Einsatz scharf gemacht und wundert sich dann, dass aus scheinbar normalen Kameraden sadistische Monster werden können. Gegen alle vorherigen Zusagen gerät er 2003 in den Irak-Krieg. Von seinen Erfahrungen dort handelt dieses spannend geschriebene Buch.

Seit November 2003 lebte Key mit seiner Familie (4 Kinder) an wechselnden Orten, seit 2005 in Kanada. Seine Armee, schreibt er in Kapitel 8, hätte ihn soweit gebracht, dass er sich schäme, Amerikaner zu sein. Jedes Mal, wenn man Unrecht tue, beschädige man sich selbst und das laste auf einem bis zum Tod: “Wir behaupten…(das übliche)….doch in Wahrheit brachten wir nur Hass und Zerstörung.“ „Wie vertraut das doch alles klingt! Und wie ähnlich die Lügen: „Ich unterschrieb und glaubte, was man mir sagte: Was war ich für ein Narr! Die drill sergeants brüllten, mit den Versprechen sei es jetzt vorbei!“

Spannender als jeder Kriminalroman, alle Kapitel, versprochen! Ich hab es ganz gelesen, und so was lese ich auch noch einmal.

 

Entdeckte Rezensionen

ZEIT oline „Ein zweites Vietnam“, Bernd Greiner, 05.08.2007
Dieser hat die Nr. E.9 hier geschrieben und hebt jetzt Keys Worte hervor: 
„Wir waren die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika, und wir machten, was wir wollten.“

„Wir gaben dem irakischen Volk nur eines: einen Grund, uns auf Generationen zu verabscheuen oder uns gar umbringen zu wollen.“

außerdem:

Deutschlandradio Kultur, Reinhard Kreissl, 25.05.2007

 

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