Freiheit, die wir meinen

Wie die Menschenrechte erkämpft wurden und warum der Westen heute seine Grundwerte gefährdet

Bertelsmann München 2008, 464 S.

Grayling, A.C.

 

Wichtige Passagen

Pflichtteil sind die Seiten 351 bis 364, da geht es um die Situation nach dem 11.09.2001.

Von der Wasserfolter ist auf S. 51 die Rede, auch von Streckbänken, von der Inquisition auf S. 45, Scheiterhaufen brennen auf S. 53, die Sklaverei ist um die S. 231 herum beschrieben, aber es fällt schwer, bestimmte Passagen zu empfehlen, die Jahrhunderte waren zu unterschiedlich.

In der Mitte des Buches sind etliche eindrucksvolle Bilder aus dem Zusammenhang mit dem Kampf um die Menschenrechte eingebaut, z.B. Narben auf dem Rücken von Sklaven. Oder von den Opfern in Bergen-Belsen, auch Ketzer auf dem Scheiterhaufen …

Unsere Freiheit, an den vielen Beispielen auch nur dieser Bilder zu sehen, ist nicht selbstverständlich.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Unsere demokratischen Prinzipien von Freiheit und Gleichheit mussten hart erkämpft werden. Grayling lehrt Philosophie in London und erzählt die Geschichte dieser Ideen und der Geschichte der Freiheit. Aber er stellt dann am Schluss ab S. 351 zugleich die Frage, wie lange wir unsere Freiheiten noch genießen können. Er sieht nach dem 11.09.2001 Freiheit und Menschenrechte auf dem Rückzug und erinnert an den hohen Preis, der für das heute noch Selbstverständliche gezahlt werden musste. Er sieht Tendenzen in den westlichen Demokratien, die errungenen Grundrechte im Interesse einer vermeintlichen Sicherheit der Bürger zu beschränken. Das ist eine Abrechnung mit der US-amerikanischen Politik und ein Aufgabenkatalog für jeden US-amerikanischen Präsidenten. Eine wirklich interessante Lektüre und eine gute Übersicht über die wichtigsten Ereignisse, Denker und Theorien auf dem Weg zur heutigen freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Im Anhang die Bill of Rights (1689), die Bill of Rights der Vereinigten Staaten (1791), die Erklärung der Menschen und Bürgerrechte. Verabschiedet von der Nationalversammlung von Frankreich im Jahr 1789 sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinigten Staaten.

 

Entdeckte Rezensionen

Es gibt einen Hinweis auf eine NZZ-Rezension, die man aber nicht mehr (?) finden kann, bei Perlentaucher.de.

Bei „besser lesen“ gibt es eine positive Bewertung einer Soziologiestudentin vom 07.02.2009

Dann gibt es eine sehr missgelaunte Rezension in der FAZ von einer Alexandra Kemmerer vom 12.01.2009, der die ganze Richtung des Buches offenbar nicht passt und die diesen „Vielschreiber“ an den Pranger stellt, der mit Siebenmeilenstiefeln durch die Geschichte der Neuzeit eile. Ist eine Frechheit und liederlich geschrieben. Diese Rezension. So von der FAZ überhaupt nicht gewohnt. Liederlich und zusammengeschustert, wie die Rezensentin meint, ist das Buch nun wirklich nicht. Dagegen spricht schon die aufwändige Bebilderung. Aber das Buch ist richtig dick und beansprucht Zeit. Vielleicht hat sich die Dame bloß darüber geärgert?

 

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