Ernstfall Angriffskrieg

Frieden schaffen mit aller Gewalt?

Verlag Ossietzky Hannover 2009, 268 S.

Rose, Jürgen

 

Wichtige Passagen

Dieses Buch macht atemlos und streckenweise erinnert es an Kriminalgeschichten. ALLES spannend!

Vorschlag:

- Geleitwort Ruf S.9,
- Aufgabe der Kultur der Zurückhaltung S. 57,
- Verteidigung und Grundgesetz S. 76,
- Lichtblick BVerwG 2 WD 12.04  S.110,
- Drei Affen S. 117,
- Soldat oder Landsknecht? S.172,
- Deutschlands Schattenkrieger S.222,
- KSK – Verbrecher als Vorbilder?  S.242,
- Nachwort Dr. Bald S.255,
- Biographie S. 264

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dies ist eine Sammlung von scharfsinnigen Essays eines Oberstleutnants der Bundeswehr, der inzwischen wegen „Anpassungsschwierigkeiten“ medizinisch für dienstunfähig erklärt wurde. Er analysiert die gesetzlichen und völkerrechtlichen Grundlagen für die Auslandseinsätze der Bundeswehr und beschreibt die Behandlung von Soldaten, die ihrer Gewissensnot Ausdruck verliehen haben und Gerichte bemühen mussten. Intensiv befasst sich Rose z.B. mit dem Fall des Majors Pfaff und dem Aufsehen erregenden Urteil des BVerwG v. 21.06.2005, welches diesen rehabilitierte. Am Ende des Buches kann man Roses eigenen militärbiographischen Leidensweg bis hin zur Droh- und Hassmail und diversen Disziplinarverfahren verfolgen. Hier ist einer sozusagen im Widerstand geendet, dessen Bestpreise früher die Regale füllten und alle Wände bedeckten und der mit einer ganz enormen Hartnäckigkeit Angriffskrieger Friedensverräter nennt und sich mit den reaktionären Tendenzen in der Bundeswehr auseinandersetzt. Ein Laie kommt aus dem Staunen nicht heraus, welchen Zumutungen für Moral und Verstand selbständig denkende Offiziere heutzutage ausgesetzt sein können.

Ein Geleitwort von Werner Ruf und ein Nachwort von Detlef Bald bilden den hier wirklich angemessenen Rahmen.

Die nächste Auflage hat einen attraktiveren festen Einband verdient!

 

Entdeckte Rezensionen

WeltTrends Heft 75, Wilfried Schreiber Berlin

Netzwerk Friedenskooperative, Martin Singe

 

One Comment

  1. Christian Neumann

    Während Roses Widersacher das Grundgesetz ändern bzw. ein Auslandseinsatzgesetz ins Leben rufen wollen, um künftig hürdenärmer die Bundeswehr allein oder im Bündnis in weltweiten Konflikten einsetzen zu dürfen, schlägt Rose selbst die Novellierung der §§ 80 und 80a StGB vor.

    Er unterbreitet konkrete Formulierungen, um eben auch die Führung und Mitwirkung an Angriffskriegen (Interventionen) unter Strafe zu stellen. Bislang ist nur die Vorbereitung von Angriffskrieg strafbar. Eine Gesetzeslücke, die dringend geschlossen gehört.

    Für weitere Details in seinem Buch “Ernstfall Angriffskrieg”, im Forum Pazifismus, Ausgabe 1/2012, S. 28-34 oder im Ak-DS Rundbrief I/2012, S. 32 ff. Für registrierte Nutzer auch zum Download unter blueflower.name/ds-blog erhältlich.

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