Erbe des Kalten Krieges

Studien zum Kalten Krieg Band 6

Hamburger Edition 2013  507 S.

GREINER, Bernd / Tim B. MÜLLER / Klaas VOSS (Hg.)

Erbe des Kalten Krieges

Wichtige Passagen

Im ERSTEN Teil geht es um die Bedeutung des Staates als Mittel der Sicherheitsgarantie. Von den sieben Beiträgen werden drei hier empfohlen:

Bernd Greiner: Das lange Leben der imperialen Präsidentschaft

Der Autor schreibt, dass im Schatten von 9/11 der Kalte Krieg als Schaffung uneingeschränkter Kriegsvollmachten des Präsidenten zurückgekehrt sei. er spricht von suspendierter Verfassung, Selbstentmachtung des Kongressses und der Wiederholung der Geschichte.

Bettina Greiner: Nach Abu Ghraib

Die Autorin sieht zwischen der amerikanischen Politik im Kalten Krieg und der Reaktion auf die Anschläge am 9/11 eine Kontinuität in den Foltermethoden

John Philipp Baesler: Die Macht des Lügendetektors im amerikanischen Sicherheitssystem

Ein interessanter Beitrag über die Geschichte des Lügendetektors in den USA, über Wahrheit und nationale Sicherheit und den Gebrauch durch die Geheimdienste.

Der ZWEITE Teil bringt aus meiner persönlichen Sicht am meisten Gewinn! Hier geht es um Außen- und Sicherheitspolitik (acht Beiträge, fünf davon möchte ich hervorheben!)

Dieter Krüger: Sicherheit durch Integration: NATO, EU und der lange Schatten des Kalten Krieges 

Klaus Naumann: Ein zäher Wandel: Deutsche Sicherheits- und Militärpolitik

Gerd Hankel: Humanitäre Intervention: Zur Karriere eines Konzepts

Vorschlag: Dazu sich ansehen, was die Lehrbücher VR dazu sagen: Hobe, Paech/Stuby (bei uns bereits eingestellt) und demnächst erscheint hier auch noch Graf Vitzthum.

Giorgio Franceschini: Die nukleare Modernisierung der USA

Michael Brzoska, Götz Neuneck: Vagabundierende Atomwaffen? Das sowjetische Arsenal nach 1991

Die beiden letzten Aufsätze (A-Waffen) waren maßgebliche Grundlage für meinen Vortrag 06.08.13 in Wedel: “Atombewaffnung und Abrüstung vor dem Hintergrund einer sich schnell verändernden Welt” (auf der DS-Seite unter Meinungen aufrufbar)

Im DRITTEN Teil sind die Themen Gesellschaft, Wirtschaft und Recht. Hieraus:

James Burnham Sedgwick: Internationales Strafrecht. Zur Entwicklung einer Disziplin

Im VIERTEN Teil geht es um Staatsbildung und Staatszerfall, enthalten u.a.:

Sascha Helbardt, Rüdiger Korff: Staatenbildung in Südostasien

Lorenz Lüthi: Chinas Wirtschaftswunder

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dass versunkene Welten wiederauferstehen, ist unwahrscheinlich, aber manchmal gibt es eigenartige Nachleben. Der kalte Krieg ist in vielerlei Gestalt noch lebendig, neun renommierte Autoren begeben sich auf Spurensuche im ehemaligen Osten und Westen sowie in der Dritten Welt.

Die 29 Beiträge werden gegliedert in 4 Abschnitte, innerhalb derer oben die aus meiner Sicht interessantesten Arbeiten aufgeführt werden. Gekauft hatte ich das Buch eigentlich nur wegen des Sachstands der atomaren Abüstung in Russland und den USA.

Insgesamt ist das der sechste Band der Studien zum Kalten Krieg des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Von den übrigen fünf werden demnächst noch zwei weitere hier vorgestellt: “Krisen im Kalten Krieg” sowie “Heiße Kriege im Kalten Krieg”, da kommen noch wirklich spannende Sachen!

Entdeckte Rezensionen

H-Soz-u-Kult  Georg Schult 05.07.13

Portal für Politikwissenschaft Ronny Noak

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort