Die Vergewaltigung von Nanking

Das Massaker in der chinesischen Hauptstadt am Vorabend des Zweiten Weltkrieges

Pendo Verlag Zürich 1999, 284 S.

Chang, Iris

 

Wichtige Passagen

Was man hier liest, hat man ja nicht für möglich gehalten.  Aber nichts ist unmöglich. Alles ist möglich. Und was vorher möglich war, ist auch wieder möglich.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Am 13. Dezember 1937 besetzten japanische Truppen die damalige Hauptstadt Chinas. In den Wochen, die folgten, war Nanking Schauplatz eines der entsetzlichsten Massaker der modernen Kriegsgeschichte. In einer unbeschreiblichen Gewaltorgie vergewaltigte, verstümmelte und ermordete das berühmte disziplinierte Heer Japans etwa 300.000 Männer, Frauen und Kinder. Frauen wurden die Eingeweide herausgerissen oder sie wurden an die Wand genagelt. Menschen wurden über offenem Feuer gebraten, man hängte sie mit der Zunge an Eisenhaken und ließ sie von Schäferhunden zerreißen. Väter wurden gezwungen, ihre Töchter, ihre Söhne, ihre Mütter im Beisein anderer Familienmitglieder zu vergewaltigen. Kleine Mädchen wurden nach der Vergewaltigung mit dem Schwert in zwei Teile gespalten. Wer weitere Steigerungen erfahren will, kann ja bei den Beschreibungen von WELT online weiterlesen, das muss hier nicht geschrieben werden. In Europa ist von all dem kaum etwas bekannt.

Die Autorin, deren Großeltern dem Massaker nur durch eine glückliche Fügung entkamen, schildert das Geschehen aus drei Perspektiven: Der der japanischen Soldaten, der chinesischen Opfer und der Europäer und Amerikaner, die damals dort lebten.

Das Buch enthält auch einige hell leuchtende Momente von Heldentum und erlösender Humanität, so von Seiten der Ausländer, da gibt es auch einen deutschen Namen (Erwin Wickert Hrsg.: John Rabe – Der gute Deutsche von Nanking, Pantheon  2008). Im übrigen hielt Nancy Tong das Werk von Iris Chang es für eines der wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts und es wird ein Klassiker der Kriegsgeschichte bleiben.

Die Autorin nahm sich im November 2004 im Alter von 36 Jahren in San Francisco das Leben.

 

Entdeckte Rezensionen

WELT online, „Die Greuel von Nanking“, Eckart Klessmann, 26.06.1999

 

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