Deutschland und der Mittlere Osten im Zweiten Weltkrieg

Musterschmidt-Verlag Göttingen 1975, 312 S.

Schröder, Bernd Philipp

 

Wichtige Passagen

Im Exkurs „Orientlegionen“ finden wir die Beschreibung dessen, was bei Seidt:

Berlin – Kabul – Moskau (siehe Nr. D.11) noch ausführlicher dargestellt wurde: Die Aufstellung der 162. (turk) Infanteriedivision, davon 40% Aserbaidschaner.

Vgl. dazu auch Müller: An der Seite der Wehrmacht, Abschnitt Kaukasus, S. 227 (hier nicht gelistet)

Afghanistan, Turan und das indische Grenzgebiet (S. 259)

Hinweis: In den blauen Bänden Afghanistan (Wegweiser zur Geschichte)  MGFA/Schöningh

war in der 2. Auflage 2007 noch ein Beitrag zum Unternehmen Tiger enthalten (Dietrich Witzel, war wohl dabei, S. 49 f.). Es muss aber politisch Ärger gegeben haben, denn in der 3. Auflage 2009 ist ein völlig veränderter Beitrag eines anderen Autors dazu enthalten (S. 55 f.).

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Diese Dissertation ist das Ergebnis mehrjähriger historischer Studien unter Einbeziehung des Archivs des AA und des Militärarchivs (Bundesarchiv) und zeigt die beengten Vorstellungen der hitlerschen „Weltpolitik“ für den Raum Irak, Syrien, Nordafrika, Iran und Afghanistan. Die Einbeziehung des gesamten Raums von Ägypten bis nach Afghanistan ergibt ein anschauliches Bild der Grundlagen, von denen die Verselbständigung dieser Länder zu Faktoren der Gegenwartspolitik ausging.

Im Abschnitt Iran und Afghanistan finden wir Hinweise auf Pläne der deutschen Abwehr, Beziehungen zu nationalen Minderheiten im persischen Aserbaidschan herzustellen und von dort aus Diversionsunternehmen gegen das sowjetische Kaukasusgebiet zu beginnen (S. 255). Dargestellt wird auch in Umrissen das Unternehmen „Tiger“, das am 27.02.1942 beginnen sollte, sich aber wegen der deutschen Schwierigkeiten in Russland als unmöglich erwies. Im Falle des Vorstoßes der Wehrmacht über den Kaukasus nach Indien (OKH hatte dafür 17 Divisionen vorgesehen!) wäre Kabul die Rolle eines Brückenkopfes zugefallen, deutsche Kommandotruppen waren schon in Afghanistan eingetroffen und verblieben in Resten dort bis 08.05.1945.

Weiterhin enthalten (S. 215 ff.) ist ein Exkurs „Orientlegionen“, dabei handelt es sich um die Aufstellung von Kampfverbänden aus Orientvölkern unter deutscher Führung. Die Angehörigen dieser Völker waren  den Teilstaaten der Sowjetunion zugehörig und hatten sich freiwillig gemeldet.

Ausführlich abgehandelt werden die Sonderabteilung der „Brandenburger“ wie auch die „Muselmanische  Legion“ und die „Indische Legion“ und ähnliche Abteilungen.

Insgesamt ein hochinteressanter Band, der selten gewährte Einblicke zulässt.

 

Entdeckte Rezensionen

keine

 

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