Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen

Suhrkamp tb wissenschaft, 1985, Nachdruck 2008, 399 S.
Sehr viele Vorausgaben, deutsch seit 1966 (Luchterhand), französisch bereits 1925
Aus dem Französischen von Lutz Geldsetzer

Halbwachs, Maurice


 

Wichtige Passagen

Jedes Kapitel birgt 4 – 6 Unterabschnitte. Einen jeweils schönen aus einigen Kapiteln:

  1. Das Gedächtnis lässt die Vergangenheit nicht wiederaufleben, sondern es rekonstruiert sie.
  2. Die Rolle der Sprache im Traum.
  3. Die Denk- und Gedächtnisrahmungen beim Kind und beim Manne.
  4. Die Verzerrung der Kindheitserinnerungen bei den Erwachsenen.
  5. Die Verwandtschaftsbeziehungen und die Familiengeschichte.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Halbwachs geht in seinem Klassiker der modernen Soziologie (erstmals 1925 im Französischen, deutsch erst seit 1966 erschienen!) davon aus, dass nicht nur einzelne Menschen über eine Erinnerung verfügen, sondern auch Gesellschaften, die ein kollektives Gedächtnis ausbilden, das der eigenen Identitätsbildung und -stabilisierung dient. Gesellschaftliches Denken ist wesentlich ein Gedächtnis, dessen ganzer Inhalt aus kollektiven Erinnerungen besteht: Nur das bleibt, was die Gesellschaft in jeder Epoche mit ihrem gegenwärtigen Bezugsrahmen konstruieren kann.

Maurice Halbwachs wurde im März 1945 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Gedächtnis“, gey 07.08.2006: Das Buch sei ein großer Wurf….Zauberhafte Kapitelüberschriften lockten: „Die Denk- und Gedächtnisrahmungen beim Kind und beim Manne“ – oder – „Das Gedächtnis bei den Alten und das Heimweh nach der Vergangenheit.“

Literaturkritik „Ein Hauptwerk von Maurice Halbwachs im Nachdruck“, Alexandra Pontzen, 02.02.2007: „Ein akribisch und gemächlich argumentierendes Buch“

 

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