China zwischen Tradition und Herausforderung

Untertitel

Bertelsmann München 2011  606 S.

KISSINGER, Henry

China zwischen Tradition und Herausforderung

Wichtige Passagen

Das Werk besteht aus 18 Kapiteln und um es ganz zu lesen, wäre wohl eine lange Schiffsreise geeignet, aber wer hat die Zeit dazu? Ältere haben es einfacher, bei ihnen kommen Erinnerungen hoch:

Kapitel 5: Dreiecksdiplomatie und Koreakrieg, Eingreifen der USA

Kapitel 7: Grenzstreit im Himalaya und der chinesisch-indische Krieg von 1962

Kapitel 13: “Den Tiger beim Schwanz packen” – Vietnam: Schrecken der Großmächte

Kapitel 15: Tiananmen

Epilog: Wiederholt sich die Geschichte? Auf dem Weg zu einer Pazifischen Gemeinschaft?

Jede große Errungenschaft wäre zunächst Vision gewesen, mit diesem Gedanken beschließt der Autor sein Werk. Und er weist darauf hin, dass Kant die Ansicht vertreten hätte, daß ewiger Frieden entweder durch menschliche Einsicht oder große Katastrophen entstehen könne. Die Menschheit stünde an einem solchen Scheideweg.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Henry Kissinger hat vor vierzig Jahren die diplomatische Öffnung der USA gegenüber China maßgeblich vorangetrieben, es sind also vor allem seine Erinnerungen als Außenminister, die er dem Leser anbietet. Er war Professor in Harvard und kennt wie kaum ein Zweiter die Geschichte des Landes und seine Führung von Mao bis heute. Fünfzig Mal hat er das Land der Mitte besucht! In diesem Werk zog der knapp Neunzigjährige nun Bilanz. Er beschreibt das konfuzianisch geprägte Selbstverständnis und die globale Strategie des mit inzwischen 1,4 Mrd. Menschen (2014) derzeit noch bevölkerungsreichsten Landes der Erde (ab 2025 führt insofern Indien ML) und analysiert seine zukünftige geopolitische und wirtschaftliche Rolle. Auch wenn Europa und Deutschland in dem Band kaum eine Rolle spielen, bietet sich diese erhellende Analyse eines großen Kapitels der Weltpolitik  - geschrieben durch einen Altmeister der zeitgemässen Diplomatiegeschichte – als Denkschule der Politik an.

Kissinger warnt davor, gegenüber China in westlichen Denkstrukturen zu verharren oder sich auf eine Politik der Ausgrenzung einzulassen. Das würde den globalen Frieden gefährden. Realpolitik sei angesagt.

 

Entdeckte Rezensionen

Zwei “große” ausführliche Rezensionen:

SZ Tilman Spengler  14. 06.11 “Kissingers China-Kino”

FAZ Gregor Schöllgen  04.07.11 “Rückversicherung durch Diplomatie”

Das Handelsblatt schrieb: “Kissingers China-Buch ist Geschichtsbuch, Erinnerungsbuch, Philosophieseminar, Monographie und Autobiographie in einem. Es steht einzigartig da, beinahe wie ein Vermächtnis, an dem man keine Silbe ändern möchte. Herausgekommen ist ein Werk, besser als jedes Geschichtsbuch.”

Spiegel online: “Handlungsempfehlung an die USA für die Welt des 21. Jahrhunderts und vor allem eines: sein Vermächtnis über die hohe Kunst der Diplomatie.”

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