Aufstieg und Niedergang des Russischen Reiches

Der Weg eines tausendjährigen Staates

DVA Stuttgart 1992  664 S.

RÜHL, Lothar

Aufstieg und Niedergang des Russischen Reiches

Die neunzehn Kapitel:

1)  Das Kiewer Rußland als osteuropäische Macht im Mittelalter

2)  Der Aufstieg Moskaus unter der Tatarenherrschaft

3)  Die “Sammlung des russischen Landes” und der Konflikt zwischen Moskau u. Litauen           um die Vorherrschaft

4)  Moskau, das “Dritte Rom” und die russische Staats- und Reichsidee

5)  Die Anfänge der imperialen Politik: Rußland als eurasische Macht

6)  Die Eroberung Sibiriens und die Fortsetzung des Konflikts mit Polen-Litauen

7)  Das Imperium Peters des Großen und der europäische Machtanspruch Rußlands

8)  Russisch-schwedische Rivalität um die Ostseeherrschaft

9)  Das Erbe Peters des Großen: Rußlands Drang nach Westen

10) Katharina die Große: Der Aufstieg zur Vormacht über den Osten Europas

11) Das russische Imperium und das europäische Gleichgewicht während der                                Napoleonischen Kriege

12) Der russische Nationalismus und die imperiale Politik Rußlands im 19. Jahrhundert

13) Die Vorkriegspolitik des Zarenreichs

14) Krieg und Revolution: Das Ende des Zarenreichs

15) Die Sowjetunion: Von der Weltrevolution zur Großmachtpolitik

16) Stalins Machtstaat: Die Ausprägung des politischen Charakters der Sowjetunion

17) Der Aufstieg der Sowjetunion zur Weltmacht und die russische Vorherrschaft über den        Osten Europas

18) Weltmachtrivalität und Zusammenbruch des Sowjetimperiums

19) Das Ende der Sowjetunion

Anmerkungen, Personenregister (beides überragend)

Wertvoll für den Nutzer: 9 Karten (Kiewer Reich, Mongolisches Rußland, Rußland im 15. Jh., die Eroberungen Iwans des Schrecklichen, Eroberungen Aleksejs in der Ukraine, Russisches und Türkisches Reich im 18. u. 19. Jh., die Teilungen Polens, Asiatische Eroberungen im 19. Jh., Sowjetunion)

Das Buch ist antiquarisch sehr günstig beschaffbar!

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dr. Lothar Rühl hat osteuropäische Geschichte studiert, wurde später stellvertretender Regierugssprecher der Bundesregierung und war von 1982 bis 1989 Staatssekretär im BMVg. Er ist Autor zahlreicher politikwissenschaftlicher Werke und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht (siehe Wikipedia-Seite).

Das hier vorzustellende Werk wurde gleich nach Zerfall der Sowjetunion geschrieben. Wer Entwicklungen wie auf der Krim in diesen Tagen (März 2014) verstehen will, muss die tausendjährige Geschichte Rußlands und die prägenden Kräfte kennen. Dieses umfangreiche Buch erscheint dazu ganz besonders geeignet, weil es Aufstieg und Niedergang des so großen Reiches mit imponierend-überragender Sachkenntnis darstellt, wie allein der Anmerkungsapparat, das umfangreiche Personenregister und die Karten belegen.

Wer weiss schon, daß die Krim nach der Eroberung durch das zaristische Rußland zweihundert Jahre zu Rußland gehörte? Das änderte sich erst, als Nikita Chruschtschow 1954 einfiel, die Halbinsel der Ukraine “zu schenken”. Wer weiss denn ganz genau, ob diese “Schenkung” rechtlich wirksam war? Putin woll jetzt mit dem Übergewicht der ethnischen Russen das “Geschenk wiederhaben”. Ohne innerukrainische Versöhnung dürfte das Problem unlösbar sein. Über die hohe historische, kulturelle und politische Bedeutung der Krim für Rußland und dessen Selbstgefühl kann man gleich im ersten der neunzehn Kapitel des Werks viel Hintergrund erfahren und über den Aufstieg Moskaus unter der Tatarenherrschaft dann gleich danach.

Die letzten gut zwanzig Jahre konnten in dem Band natürlich nicht verarbeitet werden. Wer bezogen auf “Putins Rußland” ganz aktuell sein will, dem sei ein Artikel ganz besonders empfohlen, der  erst gestern noch druckfrisch hier auf den Schreibtisch kam:

Wolfgang Taus: Neoimperiale Tendenzen in Putins Russland  ÖMZ 2/2014 S.175-180

Themen des Aufsatzes: Geoökonomische und geostrategische Interessen, Großmachtansprüche, Symbiotische Beziehung mit der russisch-orthodoxen Kirche.

Mit 38 weiterführenden Nachweisen, saubere gründliche Arbeit! (ML)

 

Entdeckte Rezensionen

Ich habe nur vereinzelte Hinweise auf früher mal erfolgte Besprechungen gefunden, die als solche aber offenbar nur schwer zu erlangen sind. Daher leider Fehlanzeige.

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