Aufstand

Widerstand gegen Fremdherrschaft: vom Amerikanischen Unabhängighkeitskrieg bis zum Irak

Hamburger Edition 2009, 340 S.
Die Originalversion „Violent Politics“ A History of Insurgency, Terrorism 6 Guerilla War from the American Revolution to Iraq wurde bei Harper Collins NewYork London Toronto Sidney New Delhi Auckland 2007 veröffentlicht (Hardcover). Diese englischsprachige Fassung wurde später paperback nachgedruckt und liegt hier ebenfalls vor.

Polk, William R.

 

Wichtige Passagen

Einleitung (S. 9-24) und Ausblick (S. 274-312) reichen für die eigene Bildung. (Das erschüttert die bisherige Lebensauffassung von Älteren!)

Einzelne Kapitel nach Belieben.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Der renommierte US-Experte für den Nahen und Mittleren Osten analysiert ein Dutzend Guerillakriege und begründet überzeugend, warum der Fremde immer scheitert. Seine Schlussfolgerungen sind hochaktuell für das Engagement der Bundeswehr!

Auswärtige Mächte können widerständige Völker nur durch Genozid besiegen. Das Töten von Aufständischen ist stets unerheblich oder kontraproduktiv. Wenn ausländische Truppen eine fremde Gesellschaftsordnung zerstörten, sei Chaos die Regel. In der langen Geschichte solcher Bemühungen gab es immer das gleiche Ergebnis: Das totale Scheitern.

 “Wir lernten nichts aus Vietnam. Bis heute nicht.“

Dieses Buch hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert:

Uli Cremer (F.1) war der Einstieg, dann kam Polk. Nachdem ich vor 18 Monaten Polk auf Münklers Empfehlung hin gelesen habe, und zwar nur die Einleitung S. 9 und vor allem den Ausblick auf S. 274 ff. – gerichtet vor allem an die deutschen Verbündeten – war mir völlig klar: Die Sache in Afghanistan geht schief – und sie hätten es wissen müssen, Struck, Jung, Schneiderhan und wie sie alle hießen. Helmut Schmidt hatte es gewusst, aber der sitzt nun im Rollstuhl und nicht in der Regierung. Die einzelnen Länderkapitel hab ich bis heute kaum lesen können, das ist auch überhaupt nicht nötig. Noch einmal: Die Einleitung und vor allem den Ausblick! Sowas hatte ich vorher noch nie gelesen! Sie haben es als „den langen Krieg“ bezeichnet. „Wenn es nach ihnen geht, muss er ein halbes Jahrhundert dauern. Petraeus hats ja bestätigt: „Wir müssen immer weiterkämpfen und unsere Kinder auch noch…” Dazu dann die Nr. F.6 lesen, „Kolonialkriege“, dann weiß man Bescheid. Und Greiner hab ich noch im Ohr: „Imperium – Macht – Gewalt!“

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Wer vertritt das Eigene? Und wer ist der Fremde?“, Herfried Münkler, 09.12.2009
„Polks Ratschlag lautet darum, der Westen solle seine militärische Präsenz in Afghanistan so schnell wie möglich beenden und zusehen….“ (Polk hatte bereits 1963 die Niederlage der USA in Vietnam vorausgesagt)
Diese Rezension von Herfried Münkler (Autor unserer Nummern F.2 und F.5 voll lesen, dramatisch!

SZ „Kriege, die verloren werden“, Thomas Speckmann, 30.01.2010: Speckmann sagt, Polk hätte ein großes Werk über die Fremdherrschaft geschrieben und warum sie sich nicht verteidigen lässt. Und er zitiert Polk: “Wir warfen mehr Bomben ab, als im Zweiten Weltkrieg von allen Streitkräften eingesetzt wurden, wir vergifteten und verbrannten große Teile des Landes und töteten zwei Millionen Menschen. Und trotz alledem verloren wir den Krieg. Wir lernten nichts aus Vietnam. Bis heute nicht.“
Diese Rezension ist genauso so wichtig wie die von Herfried Münkler!
Denn, Speckmann hat, wie schon öfter, eine große Rezension geschrieben!

 

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