Vom Militär- zum Kriegspakt

VSA-Verlag Hamburg 2009, 216 S.

Cremer, Uli

 

Wichtige Passagen

Das Buch liest sich insgesamt sehr flüssig.  Wenn ich mir hinterher ansehe, wo die Filzstifte 2009 am meisten Farbe ließen: Kapitel 4, 5 und 7.

Ganz unauffällige Broschüre, hats aber in sich, denkt man so zunächst nicht.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dieses Buch hat für mich (ML) ganz besondere persönliche Bedeutung. Als ich es 2009 sah, nahm ich’s mit, las es auch, unterstrich auch viel, sogar leicht schiefgelesen, wie man so sagt, aber dass die NATO nun aktive Kriege führt und ein Kriegsgpakt wird, also der Gedanke war mir völlig fremd. Die sind doch zur Verteidigung da. Wieder so ein linker Träumer, Buch weggelegt. Aber im Zuge der ganzen völlig idiotischen Entwicklung in Afghanistan mehrten sich für mich die Anzeichen, dass da was dran sein könnte. Hatte das verpennt, sogar die 5 Jahre EUS schläferten nur ein, es waren da ja auch nette Leute. Aber seit November 2011 mach ich nun – NACHHOLEND! – überhaupt nichts andres mehr: Einarbeitung in die Sicherheitspolitik. Allein dieses Literaturverzeichnis kostete mich allein volle 6 Wochen Arbeitszeit, von früh bis spät. Ich hoffe, dass man das merkt. Also, mit diesem Buch 2009 fing das alles mal an. Und es liest sich 2012 schon viel vertrauter als 2009: Vom Militär- zum Kriegspakt.

Hans-Christian Ströbele sagt im Vorwort, dass er nun noch besser wisse, warum er gegen die NATO sei. Der Rezensent von der FAZ meint, nun wisse er noch besser, warum er für die NATO sei, aber was soll man auch von ihm erwarten. Ist so was eigentlich Glaubenssache? Die Wochenzeitung WOZ (neutrale Schweiz) meint zwar, Cremers Einschätzung der neuen NATO sei düster. Aber die Stärke des Buches liege nun mal in den Beweisen, der Autor analysiere die entsprechenden Strategiepapiere und militärischen Beschlüsse, er zitiere Berichte und Aussagen wichtiger Entscheidungsträger und Einschätzungen von Journalistinnen und Militärexperten. Auch mache die NATO aus ihren Absichten ja kein Geheimnis. Cremer liefere auch eine ausführliche Einschätzung der zukünftigen Entwicklung.

Es mag inzwischen aktuellere Bücher geben. Für Einsteiger, Unbedarfte in der Sicherheitspolitik, ist das aber eine hochverständliche gute Einführung in die neue Welt der NATO. Und schnell und flüssig lesbar, lockere Kost!

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Tarnen und täuschen“, Reiner Pommerin, 08.08.2009: Er weiss nach der Lektüre – im Gegensatz zu Ströbele im Vorwort – nun besser, warum er für die NATO ist. Denn die garantiere auch die Voraussetzungen für Veröffentlichungen politischer Gegner der NATO.

WOZ „Wider das Völkerrecht – wie sich das Militärbündnis eine Zukunft schafft“, Peter Stäuber, 15.10.2009, sagt: Die Stärke des Buches sind die Beweise.

Es gibt ein ausführliches Interview mit Uli Cremer in der Elektronischen Zeitung Schattenblick, 20.10.2011

Interview ging am 08.10.2011 in Hamburg über die Bühne: Uli Cremer zur NATO aus friedenspolitischer Sicht. Das ist eine aktuelle Ergänzung zum Buch!

 

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