Was die Weltmacht treibt
Bertelsmann München 9. Auflage 2005, 284 S. (fest.)
Pantheon München 1. Auflage 2006, 288 S. (brosch.)
Kleber, Claus

Wichtige Passagen
Abschnitt „Glaube wird Politik“ ist wichtig, also die Stunden des Präsidenten und der Scharfmacher, alles ab S. 75.
Aber das ganze Buch liest sich flüssig und leicht, lockere Lektüre eines Amerikafreundes mit erheblicher Landeskenntnis.
Inhaltliche Zusammenfassung
Kleber glaubt, zu verstehen, was die USA antreibt, was nicht heißt, dass er alles gut findet, aber er kanns erklären. Das Buch ist schon ein paar Jahre alt und spricht von der Bush-Ära, aber für Amerika-Beginner ist es sehr eingängig. Kleber sieht das alles so:
80% der Amerikaner glauben an Gott, 60% meinen, Religion spiele in ihrem Leben eine wichtige Rolle – vier Mal so viel wie in Deutschland. Das ganze Land ist viel religiöser und konservativer als wir hier dachten. Versprechen und Ehrenworte haben da noch Gewicht. Bush war der Mann, dem man abnahm, so zu sein, wie er ist und so zu denken, wie er redet. Und der daran glaubte, dass die Weltmacht nur dann in Frieden leben kann, wenn überall auf der Welt diese Werte sich durchsetzen.
Darum sind in 120 Ländern der Welt inzwischen auch US-amerikanische Spezialeinheiten im Einsatz. Folglich fanden ja Kritiker der Politik von Bush in allen Sprachen auch begeisterte Zustimmung. Aber, die Politik des entschlossenen, notfalls militärischen Handelns ist fest verankert im Bewusstsein der Nation. Die Mehrheit der Amerikaner hat ja auch nichts mehr gegen Folter einzuwenden, es sei denn, diese diene nur der eigenen Lustbefriedigung des Folternden, dann nicht. Aber sonst? Wo ist das Problem?
Kleber berichtete 15 Jahre lang aus dem ARD-Studio in Washington, kennt also Amerika. Er will beobachtet haben, dass zweite Amtszeiten meist weniger radikal verlaufen als die ersten.
Neulich, bei einer Veranstaltung mit dem US-Botschafter Murphy in Berlin, Steinmeier war auch dabei, da kam heraus: Natürlich wollte Obama Guantánamo schon längst geschlossen haben. Aber nun sind ja bald wieder Wahlen. Und da hat er natürlich Angst, als Terroristenversteher dazustehen. Sehnse, det is Amerika!
Entdeckte Rezensionen
Dradio.de, Sandra Pfister, 02.05.2005
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