Ein Jahr im Krieg

Karl Blessing Verlag München 2. Auflage 2010, 336 S.

Junger, Sebastian

 

Wichtige Passagen

Das Buch sollte von vorn bis hinten durchgelesen werden. Man muss es immer wieder mal zur Seite legen und kann dann ja weiterlesen, wenn es wieder geht.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Über einen Zeitraum von 15 Monaten in den Jahren 2007-2008 verbringt der Journalist Sebastian Junger zusammen mit einer US-Einheit im KORENGAL-Tal in Afghanistan nahe Pakistan. Das Tal ist inzwischen nach mehrfach immer wieder hohen Verlusten von den US-Soldaten aufgegeben worden.

Der größte Teil des Buches besteht aus Schilderungen dessen, was gerade so passiert: Es geht vor allem ums Kämpfen und Töten. Ob die Kämpfe dort überhaupt einen strategischen oder politischen Sinn haben, interessiert die Soldaten dabei überhaupt nicht. Die Motivation zum Kampf erwächst allein aus der Bindung an die Gruppe. Das dritte Kapitel „Liebe“ betrifft das Verhältnis der Soldaten untereinander, nicht etwa eine friedliche Umgebung, von der sie träumen. Die Kämpfer sind völlig mit sich selbst und der Sicherung ihres Überlebens beschäftigt. Es ist also ein richtiges Kriegsbuch, gekämpft wird meistens im Nahkampf, denn der Gegner versucht, immer nahe an die Amerikaner heranzukommen, damit Artillerie oder Luftunterstützung ausgeschlossen bleiben müssen.

Diese Kriegsgewalt tötet auch die Überlebenden: Aus den Soldaten werden Kampfmaschinen, die süchtig nach Gewalt werden. Dem zivilen Leben in einer friedlichen Gesellschaft sind sie nicht mehr gewachsen.

Neulich vor ein paar Tagen hier in Hamburg, Vortrag eines Herrn Universitätsprofessors (Geschichtsforscher) über die amerikanische Aufstandsbekämpfung von Vietnam bis Afghanistan und deren Sinn. Seine letzten drei Worte, mit denen er schloss, waren: „Imperium – Macht – Gewalt“. Dies hier ist die Wirklichkeit dort. Fällt einem sofort wieder ein, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt. Ganz harte Kost.

Ein Rezensent schrieb, er ertappe sich dabei, wie er sein Lesetempo der Geschichte anpasse, mal werde er langsam, mal atemlos schnell.

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Nur im Krieg fühlen sich die Kampfsüchtigen vor dem sozialen Scheitern sicher“, Herfried Münkler,  14.01.2011

Deutschlandradio Kultur „Im Tal des Todes“, Vera Linß, 10.12.2010

Lovelybooks: Hier sind mehrere Leserrezensionen einsehbar

 

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