Afghanistans Gotteskämpfer und der neue Krieg am Hindukusch

Beck München 2010, 480 S.

Rashid, Ahmed

 

Wichtige Passagen

Die thematischen Stichworte zeigen den Inhalt aller Kapitel, es ist hier nichts hervorzuheben.

Der ganze Anhang! Karten mit Straßen und Pipelines sind sehr nützlich.

Die Taliban-Verordnungen für Frauen. Arbeitsregeln für das Hospital. Wenn eine Diskussion notwendig ist, dann nur mit Schleier.

Was alles verboten ist: Musik, Spielen mit Vögeln, Sucht, Glücksspiel, Rasieren, Hexerei, Maßnehmen der Schneider bei Frauen, insgesamt 16 Punkte, Leute mit langen Haaren werden verhaftet, der Verbrecher hat den Friseur zu bezahlen.

Werden junge Leute in Geschäften gesehen, werden sie unverzüglich ins Gefängnis gesteckt!

Amr Bil Maruf erlassen zu Kabul Dezember 1996

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Dieses seit 2000 in 26 Sprachen übersetzte Buch (Neuauflage 2010!) packen Soldaten der NATO oft vor Aufbruch zuoberst in ihren Rucksack. Es wird an Hunderten von Universitäten als Lehrbuch verwendet. Die afghanischen Taliban haben sich überall in der Region festgesetzt, werden oft als Teil der Bevölkerung angesehen (vgl. Buch Nr. D.3). Es sind zu unterscheiden pakistanische und zentralasiatische Taliban, Vorbilder, denen Extremisten in Süd- und Zentralasien nacheifern.

Rashid legt dar, woher die Taliban kamen, wie sie ihre heutige Machtstellung erlangten und gegen den Westen verteidigt haben. Es ist bisher weder dem Westen noch den Muslimen gelungen, das vielfach als Bedrohung empfundene Phänomen einzudämmen.

Dem ursprünglich 2001 erschienenen Werk wurde nunmehr ein Teil IV angefügt („Der 11. September 2001 (9/11) und die Taliban“, Kapitel 17 und 18). Grundsätzlich zeigt dieses Buch die Entwicklung der afghanischen Stämme und ethnischen Gruppen und es beschreibt die Geopolitik der Nachbarländer Afghanistans. Im neuen Kapitel 18 wird über den Wiederaufstieg der Taliban berichtet.

Das Buch ist derzeit (Februar 2012) noch als Sonderdruck für die Zentralen Politische Bildung fast umsonst erhältlich, jedenfalls in Hamburg. Gleich hin und einsacken!

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Islam, Öl und Gotteskrieger“, Wolfgang Günter Lerch, 16.11.2001:
Lerch sah vor 10 Jahren, die Herrschaft der Taliban werde bald auf den Kehrrichthaufen der Geschichte geworfen. Das war wohl falsch. Er meinte dann noch, aus Rashids Buch könne man vieles lernen. Das war wohl richtig. (Aber hat man denn gelernt?)

SZ „Einladung an die Taliban“, Janek Schmidt, 13.09.2010:
Er sieht die verfehlte Strategie der USA, die eine die Rückkehr der Taliban begünstigende Frustration erzeuge.

NZZ: „Es handelt sich zweifellos um die beste und ausführlichste Analyse, die wir über das komplexe und überaus tragische Geschehen in Afghanistan und in der Region bis heute besitzen.“

 

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