Nachkriegsdebatten und Traditionspflege

Aufbau TB Verlag Berlin 2001, 211 S.

Bald, Detlef /  Klotz, Johannes / Wette, Wolfram

 

Wichtige Passagen

Die Seiten ab 144 bis zum Schluss betreffen die derzeit anhaltende Debatte, sich steigernd bis zu den letzten 4 Seiten: Mythos Wehrmacht in der Gegenwart.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Bei der Gründung der Bundeswehr am 11.11.1955 war offiziell von „Staatsbürgern in Uniform“ die Rede, hinter den Kulissen bestimmten jedoch vielfach die Traditionalisten die internen Regeln.

Seit der neuen Normalität 1990 sehen sich wieder mehr Soldaten in der Tradition der Wehrmacht. Die weltweiten Einsätze unterstützen solches Denken (vgl. Nr. C 9 S. 228 ff.). Die Ausstellungen „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“ nach 1995 zerstörten die Legende von der „sauberen Wehrmacht“.

Diese Diskussion um unsere Nation und unsere Identität berührt natürlich auch das Verhältnis des deutschen Bürgers zur Bundeswehr. Paul Nolte schrieb 2008 bitter von „Fremden Soldaten“. Damit waren unsere eigenen gemeint. Er schrieb über das „Nichtverhältnis Deutschlands zu seiner Armee.“ (SPIEGEL 48/2008).

In dem Bändchen wird somit der Zusammenhang der Erblast des Nationalsozialismus und der neuen Machtpolitik nach 1990 erörtert.

Während der BMVg seinen Dienstsitz in einer Stauffenbergstraße bezogen hat, verrichten die Soldaten oft noch in Kasernen Dienst, die nach Nazi-Generalen benannt sind. Wie dieser Kampf um Bilder und Deutungen der Vergangenheit endet, ist nicht abzusehen.

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ rab. „Prinzipiell schuldig?“, 29.12.2001 (unzufrieden)

SZ „Gespenster-Beschwörung“, Joachim Käppner, 14.03.2002 (kritisch)

Er meint: Lediglich der dritte Aufsatz von Wette lasse die hohe Schule des Mentors Messerschmidt erahnen.

 

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