Vom Kriegerkult in der Bundeswehr

Kiepenheuer & Witsch 1. Auflage 2000, 460 S.

Giordano, Ralph

 

Wichtige Passagen

Das ganze Buch liest sich durchgehend spannend wie ein Kriminalroman!

Folgende Abschnitte werden  besonders empfohlen:

  • Millotat   ab S.78 (Vom Triumph des Brigadegenerals Millotat)
  • Lodenmantel   ab S.88 (Lodenmantelgeschwader: Generalleutnant Franz Uhle-Wettler geb. 1927 (S.88), Brigadegeneral Reinhard Uhle-Wettler geb. 1932 (S.90), Schultze-Rohnhoff (S.92), Speidel u. Heusinger (S.97))
  • Die handschriftliche Umänderung von Goerdeler in Körner durch Generalmajor Richter   S. 104
  • Testfall Rommel   ab S. 314 (Fall des Brigadegenerals Vogel, Rommel ist der Testfall   S.337)
  • Ein Wort zu NVA   S.399

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Das Hauptverbrechen Hitlerdeutschlands war sein Krieg, nicht Auschwitz. Denn erst die Siege der Wehrmacht ermöglichten Holocaust und Völkermord. Trotzdem pflegt die Bundeswehr Traditionen der Wehrmacht, tragen etliche Kasernen immer noch die Namen von Wehrmachtoffizieren. Außer Widerstand und Ungehorsam jedoch gibt es in der Geschichte des Deutschen Reiches bis 1945 keine Militärtraditionen, die von der Streitmacht des demokratischen Deutschlands übernommen werden dürften. Mit diesem Buch setzt Ralph Giordano seinen kurz nach der Befreiung begonnenen Kampf gegen deutsche Lebenslügen fort, die bis heute überdauert haben. Am Beispiel von Erwin Rommel, Symbolfigur der Traditionslüge, wird gezeigt, wie der Widerstand missbraucht wird, um die Ehre einer Armee zu retten, deren Oberbefehlshaber Adolf Hitler war. Giordano: “Nicht alle Wehrmachtangehörigen waren Verbrecher, aber sie alle haben dem verbrecherischsten Krieg der Geschichte gedient.“

 

Entdeckte Rezensionen

FAZ „Der Schatten der Wehrmacht“, 05.02.2001: Moralisten gelängen nur Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Ohne Verfasser, schade!

HU Berlin, Marco Wiesner, 2000: Buch sei gerade denen zu empfehlen, die sich an dem Titel stören würden. (Ausführlich!)

AG Friedensforschung, Ulrich Sander, Marxistische Blätter 6/2000: Dieser ist gespannt, wie die Bundesregierung mit der Traditionslüge umgeht. (Noch ausführlicher!)

 

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