Das Traditionsverständnis der Bundeswehr

Ch.Links Berlin 1995, 190 S.

Knab, Jakob

 

Wichtige Passagen

Das Buch ist zwar schon älter, aber allein der Abschnitt über die Neubenennungen in den Neuen Bundesländern beweist die Aktualität des Themas.

Auch das Nachwort von Brigadegeneral Winfried Vogel sollte man lesen. Es endet mit den Worten: Hier muss einer Entwicklung Einhalt geboten werden.

 

Inhaltliche Zusammenfassung

Etliche Kasernen tragen noch immer Namen von „Helden“ in Hitlers verbrecherischen Kriegen. Die Streitkräfte der Bundeswehr pflegen damit einen Heldenkult, der demokratischen Traditionsvorstellungen entgegensteht.

Durch Berufung auf Fliegerhelden wie Mölders und Marseille, Admiral Lütjens und die Generale Rommel, Dietl, von Leeb, Kübler, Hüttner usw. hatte die Bundeswehr Akzente gesetzt, die in krassem Gegensatz zu noch andauernden Bemühungen standen, den Widerstand der Offiziere des 20.07.1944 als traditionswürdig zu etablieren.

Der Autor forscht in seiner Streitschrift diesem moralisch fragwürdigen Geschichtsverständnis der Bundeswehr vor dem Hintergrund der Kriege des 20. Jahrhunderts nach. Das Buch ist schon älter, die Probleme sind nach wie vor aktuell.

Die Liste der Kasernennamen im Buch ist logisch nicht ganz aktuell und wird durch die Reduzierungen von Standorten auch zukünftig immer wieder anzupassen sein.

Es bleibt die bange Frage, wann die Traditionspflege der Bundeswehr in unserer Demokratie ankommt.

 

Entdeckte Rezensionen

Meinungen zum Thema bzw. zum Autor:

Berliner Zeitung 26.10.1995:
Was haben die Leut´ bloß gegen den Kübler? Bo Adam

Linksunten.indymedia.org  21.05.2011:
Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls.

 

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