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15.04.2003 P R E S S E M I T T E I L U N GGoliath gewinnt gegen David - weder eine politische noch eine militärische Glanzleistung !Die einzige militärische Weltmacht, unterstützt von Großbritannien, führt mit high-tech- Raketen und -Bomben einen völkerrechtswidrigen Präventivkrieg gegen den durch Diktatur und Embargo wirtschaftlich und militärisch am Boden liegenden Irak. Die irakischen Elite- truppen sind „abgetaucht“ oder im Bombenhagel vernichtet; nur einige Milizen leisten mit veralteten Waffen Widerstand. Nach über 3 Wochen hat der „Goliath USA“ den ungleichen Kampf, es ist ja eher eine Exekution, gegen „David Irak“ immer noch nicht beendet. Trotz modernster foto-/lasergesteuerter Raketen und Bomben kam es zum Beschuss von Marktplätzen, Wohnvierteln und Krankenhäusern - mit zahlreichen zivilen Opfern. Das Büro des arabischen Senders Al Dschasira wurde versehentlich (?) beschossen, ebenso eine unverdächtige Gruppe ziviler Pkw. Ein Panzer feuerte grundlos eine Granate in den 15. Stock des Hotels Palestine, zwei Journalisten starben und ein Erklärungsversuch des smarten Brigadegenerals in Doha, der Panzer sei vom Hotelfoyer aus beschossen worden, geriet zur Peinlichkeit. Zahlreiche bei den Angreifern Schutz suchende irakische Zivilisten wurden von den erhofften „Beschützern“ erschossen. Trotz totaler Luftraumbeherrschung „holte“ eine US-Rakete einen vom Einsatz zurück- kehrenden britischen Jabo vom Himmel, Hubschrauber krachten ineinander; viele US-Soldaten starben im „friendly fire, bei den britischen Truppen sind es über die Hälfte ihrer Opfer. Das Schlimmste: Bis auf 3 britische Soldaten haben über 250 000 verbündete Soldaten an einem Krieg teilgenommen, der rechtswidrig war! Unvorstellbar für Streitkräfte, die im Rahmen der NATO erzogen und ausgebildet sind „im Glauben an die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen“, und um die „Freiheit der Person und die Herrschaft des Rechts zu gewährleisten.“ Da wundern kaum noch die ersten dilettantischen „Versuche“, in Basra Nahrungsmittel an die Zivilbevölkerung zu verteilen. Und während US-Verteidigungsminister Rumsfeld Verständ- nis für die landesweiten Plünderungen von öffentlicher Einrichtungen, der Staatsbank, von Botschaften, Geschäften, Museen und Krankenhäusern äußert (das irakische Ölministerium wurde sofort unter US-militärischen Schutz gestellt!), erklären GIs “folgerichtig“ vor laufenden Kameras und von Plünderern umgeben, das zu verhindern sei nicht ihre Aufgabe. Als Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr haben wir großen Respekt davor, dass die rot-grüne Bundesregierung von Anfang an den unsinnigen - und dann auch völkerrechts- widrigen - Präventivkrieg der USA gegen Irak ablehnte und für diese Haltung eintrat. Umso mehr bedauern wir, dass deutsche Soldaten in ungeklärter Rechtslage für AWACS-Einsätze bereitgestellt wurden, ebenso wie die auch zur Terrorismusbekämpfung ungeeigneten Truppen in Kuwait und an der Ostküste Afrikas. Diese Truppen sind jetzt zurückzuziehen, und der amerikanischen Regierung ist mitteilen, dass bei weiteren rechtswidrigen kriegerischen Handlungen z.B. gegen die von den USA als „Achse des Bösen“ ausgewählten Länder auf deutschem Boden und im deutschen Luftraum für an Kriegs- handlungen beteiligtes Militär keine Bewegungsrechte mehr eingeräumt werden. Die Regierung der USA muss in die Völkergemeinschaft zurückkehren, die UNO als das legitime Organ zur Regelung internationaler Konflikte und das Völkerecht anerkennen, ihre Präventivstrategie aufgeben und ihre weltweiten Rüstungsexporte - das gilt selbstverständlich auch für Deutschland - beenden! Helmuth Prieß, Oberstleutnant a.D. |
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zuletzt geändert:
19.06.2004
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