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P R E S S E M I T T E I L U N GWehrpflicht? Politisch falsch und militärisch unnötig!Kritische Offiziere fordern die Abschaffung der Wehrpflicht!Die im Arbeitskreis DARMSTÄDTER SIGNAL (Ak DS) seit 1983 zusammengeschlossenen kritischen ehemaligen und aktiven Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr fordern seit Jahren, die Wehrpflicht abzuschaffen. "Mehr Verantwortung für das geeinte Deutschland heißt für uns, mehr politisches und finanzielles Engagement bei vorbeugender, nichtmilitärischer Konfliktbewältigung als Voraussetzung für deutliche Zurückhaltung bei den untauglichen Versuchen, politische Probleme militärisch lösen zu wollen. Das ist sowohl die Lehre aus der düsteren deutschen Militärgeschichte wie aus den jüngsten Konflikten", so Oberst- leutnant a.D. Helmuth Prieß, Sprecher des Ak DS. Deutschland, von Freunden umzingelt, kann seine Streitkräfte erheblich verringern. Eine Armee mit weniger als 200 000 Freiwilligen kostet weniger als eine 280 000-Mann/Frau-Bundeswehr. Die jetzt schon vorhandene Wehrungerechtigkeit würde entfallen! Wer den Befürwortern einer Freiwilligenarmee ideologisches Denken vorwirft, wie Minister Scharping es tut, der ist ideologisch. Streitkräfte in der Demokratie können selbstverständlich auch Freiwilligenstreitkräfte sein. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem Einzelfallverfahren die Begründung für die beantragte Abschaffung als unzureichend zurückgewiesen. Das dabei verwendete Argument, die Wehrpflicht sei auch für die Einhaltung der Bündnisverpflichtungen erforderlich, ist sachfremd. Die meisten NATO-Staaten erfüllen ihre Bündnisverpflichtungen mit Freiwilligen- oder Berufsarmeen. Das kann Deutschland auch!! Als erfahrene Soldaten und Vorgesetzte bezweifeln wir, daß die Wehrpflicht besonders zur Integration der Streitkräfte in unsere Gesellschaft beiträgt - der Einfluß der Wehrpflichtigen auf das Innenleben der Bundeswehr ist "nahe NULL"! Offen bleibt hingegen, wie groß der Einfluß der Befehlsstruktur und des Droh- und Drucksystems im Militär auf die erhofften demokratischen Tugenden junger Menschen ist. Streitkräfte erziehen nicht zu demokratischem Handeln, sondern zum Funktionieren und Gehorchen!! Streitkräfteauftrag, -Umfang und Wehrstruktur sind davon abhängig, ob Deutschland in Zukunft besondere Anstrengungen bei vorbeugenden, zivilen Konfliktlösungen aufbringen will, oder sich wie die USA und Großbritannien besonders anstrengt, weltweit militärisch "mitzumischen". Dies muß endlich öffentlich diskutiert werden!
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zuletzt geändert:
03.09.2003
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