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Swisttal, 27. November 2008

"Ehrenmal" für Soldaten?

Falscher Name und falscher Platz !

Wir, Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr, die sich seit 25 Jahren im Arbeitskreis DARMSTÄDTER SIGNAL zusammengeschlossenen haben, trauern um unsere Kameraden, die im Dienst aus unserer Mitte gerissen wurden.

Wir fühlen uns den Frauen und Kindern verbunden, die Ihre Männer und Väter verloren haben. Wir wissen, dass Sie ihre persönliche Trauer täglich in ihrem Lebensumfeld und an den Friedhofgräbern bewältigen.

Für die persönliche Trauer ist das sogenannte "Ehrenmal" in Berlin nicht geeignet - und ja auch nicht vorgesehen! Diese "bronzeeloxierte Wartehalle im Großformat", die Minister Jung - ohne öffentliche Diskussion und ohne Beteiligung des Deutschen Bundestages - jetzt im Bendlerblock, dem Sitz des Verteidigungsministeriums in Berlin, errichten lässt, dient der vor laufenden Kameras öffentliche vorgetragen Trauer-Show des Herrn Ministers. Peinlich! Zudem soll dieses großformatige sogenannte "Ehrenmal" darüber hinwegtäuschen, dass die Soldaten auch bei verfassungsrechtlich umstrittenen Auslandseinsätzen ihr Leben verloren.

Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee! Wir brauchen in Deutschland kein das Militärische glorifizierendes sogenanntes "Ehrenmal" vorm Verteidigungsministerium , sondern stattdessen ein Mahnmal vor dem Deutschen Reichstag, das alle Parlamentarier fortlaufend an ihre große Verantwortung bei Entscheidungen über Militäreinsätze mahnt. Ein Mahnmal, das uns alle daran erinnert, dass der Kampfeinsatz von Soldaten das wirklich (!) letzte Mittel ist!

Helmuth Prieß, Oberstleutnant a.D.
Sprecher des Ak DARMSTÄDTGER SIGNAL


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