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Swisttal/Magdeburg, 30. März 2007
P R E S S E M I T T E I L U N G
+ Verteidigungsminister Jung will ein „Ehrenmal“ im Bendlerblock
in Berlin!
+ Soldaten nehmen Stellung.
Beim 74. Arbeitstreffen haben sich die im Arbeitkreises DARMSTÄDTER
SIGNAL (Ak DS) zusammengeschlossenen aktiven und ehemaligen Offiziere und Unteroffiziere
der Bundeswehr mit dem von Verteidigungsminister Jung geplanten „Ehrenmal“
für Soldaten, die im Auslandseinsatz um’s Leben gekommen sind, intensiv
auseinandergesetzt. Wir haben uns auf folgende Positionen geeinigt:
- Die aktiven und ehemaligen Offiziere und Unteroffiziere des Arbeitskreises
DARMSTÄDTER SIGNAL beobachten die Planungen des Bundesministers der
Verteidigung Franz Josef Jung, ein „Ehrenmal“ für die im
Auslandseinsatz getöteten Soldaten zu errichten, mit Unbehagen.
- Wir verstehen, dass ein Ort gesellschaftlicher Trauer hilfreich sein
könnte - weniger für die Angehörigen, die mehrheitlich eine
öffentliche Namensnennung ablehnen - als mehr für die Verantwortungsträger
unseres Staates, deren Innehalten und Nachdenken vor Entscheidungen zur
Ausweitung des Militäreinsatzes wir als Soldaten ausdrücklich
wünschen.
- Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Das Parlament sollte ständig
an seine Verantwortung erinnert werden. Diese Verantwortung ist nicht an
das Verteidigungsministerium delegierbar. Ein Denkmal im Bendlerblock lehnen
wir deshalb ab.
- Wir haben die Sorge, dass durch Verweis auf die Opfer umstrittene Einsätze
in falscher Weise nachträglich als begründet angesehen werden
könnten.
- Um einem Missbrauch und Fehlinterpretationen zu wehren, muss die Diskussion
um ein Denkmal nicht nur im Parlament, sondern auch in der Öffentlichkeit
geführt werden.
- Wir halten es für fundamental falsch, dass der Bundestag nicht an
einer Entscheidung über die Denkmalsgestaltung beteiligt werden soll.
- Der Kreis der zu „Ehrenden“ sollte erweitert werden auf Polizisten
und Entwicklungshelfer, die bei Auslandseinsätzen getötet wurden.
Das ist nicht nur im Hinblick auf die Opfer angemessen, sondern auch der
Zielrichtung der Einsätze, die die zivile Friedensdimension betonen
sollen.
Helmuth Prieß, Oberstleutnant a.D., Sprecher des Arbeitskreises DARMSTÄDTER
SIGNAL
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Zuletzt geändert: 29.May 2010 |
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