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Swisttal, den 16.3.2007
P R E S S E M I T T E I L U N G
Bundeswehrkameraden stellen sich hinter Oberstleutnant Jürgen Rose
Bei Gewissenskonflikten gibt es eine Pflicht zur Gehorsamsverweigerung
Unser Kamerad, Oberstleutnant Jürgen Rose, der im Wehrbereichskommando
VI in München Dienst tut, stellt die Rechtmäßigkeit des Einsatzes
der Recce-Tornados zum Kampfeinsatz gegen die Taliban im Süden und Süd-Osten
Afghanistans in Frage. Er hat deshalb gegenüber seinem Vorgesetzten (Chef
des Stabes WBK VI, Oberst i.G. Bernhard Frank) schriftlich erklärt, dass
ihn dienstliche Arbeiten in Gewissenskonflikte bringen, die unmittelbar den
Tornado-Einsatz unterstützten. Rose erwartet, dass er von solchen Tätigkeiten
entbunden wird.
Ähnliche rechtliche Zweifel am Tornado-Einsatz haben wie
Oberstleutnant Jürgen Rose auch viele Abgeordnete des Deutschen Bundestages
geäußert, ebenfalls namhafte Rechtswissenschaftler. Bereits vor Jahren
haben die ehemaligen Generalinspekteure der Bundeswehr, Klaus Naumann und Hans
Peter von Kirchbach, uns Bundeswehrsoldaten aufgefordert , das „an ein
höheres Wertesystem gebundene Gewissen“ zu benutzen und sogar von
einer „Pflicht zur Gehorsamsverweigerung“ gesprochen.
Die im Arbeitskreis DARMSTÄDTER SIGNAL (Ak DS) zusammengeschlossenen
über 100 aktiven und ehemaligen Offiziere und Unteroffiziere haben großen
Respekt vor der Entscheidung von Oberstleutnant Jürgen Rose und werden
ihn nach Kräften unterstützen. Die „Signaler“ haben bereits
in zwei Offenen Briefen alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages vor der
Abstimmung dringend gebeten, dem Tornadoeinsatz in Afghanistan nicht zuzustimmen,
da er politisch wie auch militärisch falsch ist und die Kriegsituation
beiderseits des Hindukusch nicht löst, sondern verschärft!
„Allen Kameraden, die ebenfalls rechtliche Zweifel oder
politische Kritik an Auslandseinsätzen der Bundeswehr haben, legen wir
nahe, sich an uns zu wenden“, so Oberstleutnant a.D. Helmuth Prieß,
„da bei unserer Arbeit jede Meinung ohne Spott von Kameraden oder dienstliche
Benachteiligungen durch Vorgesetzte zur Diskussion gestellt werden kann“
gez. Oberstleutnant a.D. Helmuth Prieß (Sprecher des Ak DARMSTÄDTER
SIGNAL)
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Zuletzt geändert: 29.May 2010
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