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Bonn/Bornheim-Widdig, 23. Oktober 2005
7 Forderungen an die neue Bundesregierung für eine bessere Sicherheits- und Verteidigungspolitik
(Beschlossen beim 70. Arbeitstreffen, 21.10. - 23.10.2005, Bornheim-Widdig)
Die kritischen Offiziere und Unteroffiziere des Arbeitskreises
DARMSTÄDTER SIGNAL erwarten von den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU
und SPD richtungweisende Beschlüsse für eine friedensfähige Sicherheits- und
Verteidigungspolitik. Wir fordern von der neuen Bundesregierung eine
Politik, die uneingeschränkt auf vorausschauende nichtmilitärische
Konfliktlösungen setzt. Darunter verstehen wir vorrangig eine
Stärkung der UNO und der OSZE, Verstärkung einer nachhaltigen Entwicklungspolitik,
den Aufbau eines unbewaffneten Friedenskorps, die vermehrte Förderung der
zivilen Friedensdienste, sowie den Ausbau unabhängiger Friedens- und
Konfliktforschung.
Der Einsatz der Bundeswehr ist umgehend wieder
auszurichten am Verteidigungsauftrag, der Charta der Vereinten
Nationen, am NATO-Vertrag und dem Grundgesetz. Dazu fordern wir:
- Einsätze der Bundeswehr außerhalb des Bündnisgebietes sind auf
friedenserhaltende Einsätze mit UN-Mandat zu beschränken. Es
dürfen keine weiteren Einsätze des Kommando Spezialkräfte erfolgen.
- Terrorismus kann durch Militär nicht verhindert werden. Die neue
Bundesregierung ist deshalb gefordert, Vorschläge und Maßnahmen zur
Beseitigung der Ursachen zu treffen und international durchsetzen zu helfen.
- Ein Einsatz der Bundeswehr im Inneren hat - außer in den im Grundgesetz
vorgesehenen Fällen - zu unterbleiben.Das Luftsicherheitsgesetz von Juni 2004
ist aufzuheben.
Der Reformprozess der Bundeswehr ist neu zu gestalten. Ziel muss eine defensiv
orientierte den tatsächlichen Bedrohungen angepasste Armee sein. Das bedeutet:
- Die Reduzierung des Personal- und Materialumfangs der Bundeswehr ist
fortzusetzen, mit dem Ziel eine Verkleinerung auf 150.000 Soldat/Innen innerhalb
der nächsten 10 Jahre.
- Die allgemeine Wehrpflicht ist zu abzuschaffen. Das Ausmaß
der Wehrungerechtigkeit verstößt schon lange gegen Recht und Gesetz.
Die Einführung einer „Allgemeinen Dienstpflicht“ löst
keine Probleme, sondern schafft zusätzlich neue.
- Innerhalb der Bundeswehr ist eine Bildungsreform einzuleiten. Insbesondere
die Politische Bildung muss durch den Einsatz von zivilen Lehrkräften auf allen
Ebenen verbessert werden. Der Anspruch der Soldaten auf eine umfassende, nationales
und internationales Recht beinhaltende Ausbildung, muss umgesetzt werden. Darüber
hinaus soll die Politische Bildung tatsächliche wirtschaftliche, soziale,
ökologische und kulturelle Herausforderungen der Zukunft berücksichtigen.
- Reste undemokratischer Traditionspflege müssen beseitigt werden.
Wir treten für die Ächtung und Abschaffung aller
Massenvernichtungswaffen weltweit ein. Von der neuen Bundesregierung
erwarten wir den Verzicht auf die nukleare Teilhabe im Rahmen der NATO und den
sofortigen Abzug der letzten Atomwaffen aus Deutschland.
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Zuletzt geändert: 29.May 2010 |
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